Tipp: Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ vom 11. bis 28. Januar in Dortmund

Posted on 8. Januar 2012 von


DORTMUND – Das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR) zeigt vom 11. bis 28. Januar die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ in der Petrikirche in der Dortmunder Innenstadt. Die Ausstellung porträtiert Menschen, die in Deutschland seit 1990 rechter Gewalt zum Opfer gefallen sind. „Uns ist wichtig, das Ausmaß, das rechte Gewalt annimmt, zu zeigen“, so Stefanie Gomez vom FgR. „Gerade in Dortmund zeigt sich, wie die Gewaltverherrlichung der rechten Milieus immer wieder auch ihre Todesopfer fordert.“

Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem auf Zeitungsartikeln. Es gibt viele Tote, die niemals Schlagzeilen machten und von deren Schicksal keine Statistik zeugt. Die Ausstellung erinnert an diese Menschen und thematisiert zugleich die Verdrängung rechter Gewalt.

Fünf Todesopfer in Dortmund

Das Forum gegen Rassismus hat sich schon länger bemüht, die Ausstellung nach Dortmund zu holen. Auch, weil die Stadt von rechter Gewalt besonders betroffen ist: Am 15. Juni 2000 wurden die drei Polizisten Thomas Goretzki, Yvonne Hachtkemper und Matthias Larisch von Woitowitz bei einer Verkehrskontrolle von Michel Berger, einem Dortmunder Neonazi, erschossen. Am 28. März 2005 wurde Thomas „Schmuddel“ Schulz von Sven Kahlin, einem Mitglied der „Skinheadfront Dorstfeld“, erstochen. Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubasik mutmaßlich von Mitgliedern der Terrorgruppe NSU erschossen. Fünf Todesopfer rechter Gewalt in Dortmund, die bisher in den offiziellen Statistiken nicht als solche geführt werden.

Führungen für Jugendgruppen

Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt Dortmund und der Arbeitsstelle Jugend & Demokratie des Dortmunder Jugendrings in der Ruhrgebietsstadt zu sehen. Für Schulklassen und Jugendgruppen bietet die Arbeitsstelle Jugend & Demokratie des vormittags und nachmittags Führungen durch die Ausstellung an. Diese Führungen werden von jungen Ausstellungsbegleitern durchgeführt. Für diese Führungen wird ein Kostenbeitrag von 20 Euro erhoben. Informationen zu den Führungen und Buchungen unter: 0231 – 477 56 11 oder e-mail: info@demokratie-do.de .

Die Ausstellung ist dienstags bis freitags von 11 bis 17 Uhr sowie samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

Auftaktveranstaltung

Eine Auftaktveranstaltung zum Thema „Rechte Gewalt in Dortmund“ beginnt am Dienstag, 10. Januar, um 18 Uhr im Reinoldinum. Die Veranstaltung mit Referenten des Dortmunder Antifabündnisses (DAB) setzt sich mit den Neonazistrukturen in Dortmund, den unterschiedlichen Formen rechter Gewalt und dem Umgang der Polizei und der Justiz damit auseinander.

Hintergründe zur Terrorgruppe

Am Dienstag, 17. Januar, folgt um 19.30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus eine Veranstaltung zum Thema „,Kein 10. Opfer!’? ,Nationalsozialistischer Untergrund’, Rechtsterror und die Rolle des Staates“. Der Vortrag soll sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des Rechtsterrorismus beleuchten und inhaltliche Entwicklungslinien aufzeigen. Versucht werden soll, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex „NSU“ Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.

Kontakt:

Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR)

Mail: fgr-kontakt@asta.uni-dortmund.de

Web: http://fgr.blogsport.de

Tel.: 0176 – 388 200 20

  • Für die Ausstellung und die anderen Veranstaltungen gilt: Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechten Parteien oder Organisationen angehören, der rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.
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