K: „Pro“ mobilisiert nun ganz heiß

Posted on 7. Januar 2012 von


KÖLN – Die „heiße Phase der Mobilisierung“ für die geplante „pro Köln“-Demonstration am 28. Januar gegen das „Autonome Zentrum“ im Stadtteil Kalk beginne, teilte die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ am Freitag mit. Sie verriet auch gleich, womit diese heiße Phase startet: mit einer Postkartenaktion.

„In zehntausendfacher Auflage“ sei eigens eine Postkarte neu erstellt worden, wusste der namentlich nicht genannte Autor eines Textes auf der Homepage von „pro Köln“ zu berichten. Sie solle im gesamten Stadtbezirk Kalk verteilt werden, „um die Demonstration auf breiter Front zu bewerben und möglichst vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich an dem Protest zu beteiligen“. Das Ziel der Rechtspopulisten: „Pro Köln“ wolle sich „wieder einmal an die Spitze des bürgerlichen Protestes gegen die linksextremen Hausbesetzer stellen“.

Grandios gescheitert

Mit diesem Vorhaben war die Truppe rund um den „pro NRW“- und „pro Köln“-Vorsitzenden Markus Beisicht im ersten Demo-Anlauf am 19. November grandios gescheitert.* Und das aus – mindestens zweierlei Gründen. Zum einen hatte der Demo-Zug bereits nach 200 Meter stoppen müssen, weil zwischen 300 und 500 Gegendemonstranten die Kalker Hauptstraße in Beschlag genommen hatten und ein Durchkommen unmöglich machten. Nach mehr als zweieinhalb Stunden des Wartens trat der Tross der „Bürgerbewegten“ schließlich den Weg zurück zu ihrem Bus und ihren Autos an.

Beisichts kleines Volk

Aus der Perspektive der „pro“-Truppe dürfte aber der zweite Misserfolg noch weit gravierender gewesen sein. Beisicht & Co. brachten an jenem Tag gerade einmal 78 Funktionäre, Mitglieder und Anhänger auf die Beine: weniger als bei anderen Aufläufen der angeblichen „Bürgerbewegung“ in deren Diaspora, beispielsweise in Herten-Langenbochum oder Dortmund-Hörde – und das in Köln, einer „Hochburg“ der Rechtspopulisten. Und selbst diese bescheidene Zahl wurde nur erreicht, weil auch „pro NRW“-Mitglieder aus Ostwestfalen, dem Bergischen Land, vom Niederrhein und aus dem Ruhrgebiet in die Domstadt gekommen waren. Immerhin, „pro“-Chef Beisicht ließ sich rheinischen Frohsinn und Optimismus nicht nehmen. „Wir sind das Volk! Wir sind Köln!“, rief er seiner überschaubaren Anhängerschaft zu.

„Nicht verhandelbar“

Nach einem ersten Kooperationsgespräch mit der Kölner Polizei kurz vor Weihnachten beklagte er sich„ ,pro“ solle am 28. Januar wohl nur „eine Demoroute an der Peripherie zugewiesen bekommen“. „Nicht verhandelbar“ sei für ihn die angemeldete Strecke über die Kalker Hauptstraße, wie sie auch im November geplant war, erklärte Beisicht. „Falls nötig“ werde man vor das Verwaltungsgericht ziehen.

Mindestens so sehr wie die Streckenführung dürfte ihn freilich aktuell die Frage beschäftigen, wie man bei der zweiten Auflage des Demo-Versuchs mehr als nur ein Häuflein von knapp 80 Anhängern auf die Beine bringen kann. (ts/rr)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/11/20/k-demo-musste-nach-200-metern-stoppen/

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