DO/HAM: Braune Weihnachtsgrüße

Posted on 24. Dezember 2011 von


DORTMUND/HAMM – Weihnachtszeit ist die Zeit, in der man an seine Liebsten denkt. Sagt die Werbung und sagt der Besinnungsaufsatz. Die Liebsten so mancher Neonazis sind Kriegsverbrecher, Polizistenmörder, notorische Schläger und Holocaustleugner, orientiert man sich daran, wem diese Neonazis in diesem Jahr besondere Weihnachtsgrüße zukommen lassen.

Zum Beispiel die „Nationale und sozialistische Kameradschaft Hamm“. Sie berichtete in dieser Woche, welchen zehn „inhaftierten Kameraden“ sie Weihnachts-Karten geschickt hat. Vorneweg dem zwar nicht inhaftierten, aber in einem Hausarrest in Rom lebenden Nazi-Kriegsverbrecher und ehemaligen SS-Hauptsturmführer Erich Priebke. Zu den aus Hamm Gegrüßten gehören im Übrigen der in Lübeck einsitzende Kay Diesner, der zunächst in Berlin einen Buchhändler schwer verletzte und dann auf der Flucht einen Polizeibeamten ermordete, Sven K., der in Dortmund einen Punk erstach und aktuell einsitzt, weil er nach seiner Haftentlassung zwei Jugendliche türkischer Herkunft zusammenschlug, der notorische Holocaustleugner Horst Mahler, Axel Möller, der ehemalige Betreiber der ungebremst rassistischen und antisemitischen Internetplattform „Altermedia“, sowie mit Denis U. einer der „Köpfe“ der militant neonazistischen „Kameradschaft Aachener Land“.

„Julfestpost“

„Julfestpost für die Gefangenen“ in den „Kerkern des Systems“ verschickten auch Dortmunder Neonazis vom „Nationalen Widerstand“ der Ruhrgebietsstadt. „Bereits einige Zeilen können für einen glücklichen Moment bei denen sorgen, welche die Auswirkungen der Demokratie am eigenen Leib spüren müssen“, begründen sie ihre Aktion. Neun Inhaftierte nennen sie namentlich. Dazu gehören wie bei den „Kameraden“ aus Hamm der derzeit in Aachen einsitzende Sven K., Denis U., Axel Möller sowie Erich Priebke. Mit Post zum „Julfest“ bedacht werden aber aus Dortmund auch der österreichische Holocaustleugner Gottfried Küssel (53), der seit Mitte der 70er Jahren in der braunen Szene aktiv ist, der bayerische Neonazi Tony Gentsch, einer der führenden Personen des „Freien Netzes Süd“ und Bassist der Band „Braune Brüder“*, sowie Ralf Wohlleben, der aktuell in Wuppertal inhaftiert ist. Wohlleben gilt als Unterstützer des Neonazi-Terrortrios Böhnhardt/Mundlos/Zschäpe.

„Einst wird der Tag kommen“, glauben die Dortmunder Neonazis, „wo jeder Eingesperrte wieder in unsere Reihen tritt und mit uns den Kampf für ein freies Deutschland fortsetzen wird“. (ts)

* http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/weihnachtspost-in-den-systemkerker

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