GM: „Pro NRW“ entdeckt in Radevormwald „linke Politkriminelle“

Posted on 9. August 2011 von


RADEVORMWALD – Inzwischen haben es viele Menschen in Radevormwald satt. Sie wollen nicht, dass ihre Stadt ständig mit Rechtsextremismus und Rassismus in Verbindung gebracht wird. Der oberbergische „pro NRW“-Kreisvorsitzende hat jetzt aber eine neue Gefahr in der Stadt ausgemacht: den Linksextremismus.

Immer wieder machte in den letzten Wochen und Monaten die extrem rechte Szene in Radevormwald von sich reden. So gehen mehrere Straftaten auf das Konto von Neonazis. Dabei wurden nicht nur ein Fenster der Moschee eingeworfen*, sondern auch Menschen angegriffen und verletzt.** Im öffentlichen Raum ist die rassistische Propaganda präsent durch Hakenkreuzschmierereien an Bushaltestellen und Häuserwänden oder durch Aufkleber. Die Vertreter von „pro NRW“ hatten dazu im Rat bislang geschwiegen. Einer Resolution des Rates stimmten alle Parteien zu – bis auf „pro NRW“.

Das Werk der „Antiva“?

Nun aber prangert „pro NRW“ den Extremismus an – und zwar den (angeblich) linken. In der Nacht vom 1. auf den 2. August haben Unbekannte mehrere Schmierereien im Stadtteil Dahlerau angebracht. Darunter Anarchie- und Hausbesetzerzeichen und Parolen wie „Revolution“, „No Nazis“ und „ACAB“.

Der oberbergische „pro NRW“-Kreisvorsitzende Udo Schäfer spricht von „linken Politkriminellen“ und bringt die Aktion mit einer Veranstaltung der Partei Die Linke in Zusammenhang. Dass es sich tatsächlich um „linke“ Graffiti handeln soll, darf jedoch vorerst bezweifelt werden. So wirkt das Ganze doch recht bemüht – als hätte jemand all das, was er oder sie mit „links“ assoziiert, auf die Wände angebracht. Eine „Antifa Rade“, so einer der Schriftzüge, gibt es nicht, sondern entspringt eher der Phantasie der extremen Rechten. In einem Fall wurde „Antifa“ sogar falsch geschrieben: „Antiva“.

„Bürgerbewegung“ mit Verstrickungen ins Neonazi-Milieu

Wie auch immer: „Pro NRW“ kommt die Geschichte gelegen. Lässt sich damit doch wunderbar von den Verstrickungen der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ in das neonazistische Milieu ablenken und ein neues Thema für die eigene Partei auf die Tagesordnung heben. Mit einem Anwohnerschreiben wandte sich Udo Schäfer an die Bewohner der Wupperorte. „Als Partei für Recht und Ordnung verspreche ich (sic!) Ihnen schon jetzt, dass die Bürgerbewegung PRO NRW diesen feigen Anschlag auf unser Eigentum bei der nächsten Ratssitzung im Stadtrat thematisieren wird.“ Zusätzlich versprach er 500 Euro für sachdienliche Hinweise.

Ob diese privat oder aus der Parteikasse bezahlt werden sollen, das ist bislang nicht bekannt. (jl)

* http://www.rga-online.de/lokales/radevormwald.php?userid=&publikation=2&template=phparttext&ausgabe=56756&redaktion=2&artikel=109812217

** https://nrwrex.wordpress.com/2011/03/05/gm-%e2%80%9erader-jugend%e2%80%9c-vermummt-und-mit-knuppeln-unterwegs-%e2%80%93-zwei-verletzte/

und

https://nrwrex.wordpress.com/2011/04/21/gm-%e2%80%9efuhrers-geburtstag%e2%80%9c-in-radevormwald/

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