Nebenbei: Ein Hemd für Beisicht

Geschrieben am 30. Juli 2011 von


Markus Beisicht, Video vom 19. Juli.

LEVERKUSEN – Wir gestehen: Wir gehörten zu den Fans der „pro NRW“-eigenen Videoabteilung, die wir der Einfachheit halber Andreas Molau nennen wollen. Zwei Beiträge dieser Abteilung, die regelmäßig ihre Videobotschaften bei Youtube veröffentlicht, haben uns nun allerdings zunächst etwas verwirrt hinterlassen: Der eine wurde am 19. Juli hochgeladen, dier andere am 29. Juli.

Unser erster Gedanke beim Betrachten beider Videos: Markus Beisicht steckt so viel Geld in seine Partei, dass er sich nur ein Polohemd und ein Jackett leisten kann – einerseits. Andererseits: Der Leverkusener Rechtsanwalt soll beim Verschicken von kostenpflichtigen Unterlassungserklärungen samt angehängter Rechnungen nicht zimperlich sein, hört man. Also müsste es eigentlich doch zumindest für Zweithemd und Zweitjackett reichen.

Zweiter Gedanke: Das Wetter in Leverkusen ist gleichbleibend gut, egal ob Mitte oder Ende Juli – einerseits. Andererseits: Sogar Sonnenstand und Windstärke scheinen sich dort nicht zu ändern. Das kann eigentlich nicht sein.

Markus Beisicht, Video vom 29. Juli.

Wie meist, trügen tatsächlich die ersten Gedanken. Beisicht ist nicht verarmt, und auch in Leverkusen schlägt das Wetter Kapriolen wie andernorts. Entstanden sind die beiden Aufzeichnungen, die Molau im Abstand von zehn Tagen der Öffentlichkeit präsentierte, vielmehr offenbar an ein und demselben Tag.

Das ist weiß Gott nicht illegitim. TV-Sender bedienen sich vor allem bei Unterhaltungssendungen ebenfalls dieser Methode, wenn sie mehrere Folgen einer Show an einem Tag aufzeichnen. Das senkt die Produktionskosten deutlich. Damit’s den Zuschauern draußen an den Bildschirmen aber nicht allzu sehr auffällt, wechselt der Moderator zumindest die Krawatte. (Das soll sogar schon Robert Lembke so gehalten haben.) Und die Zuschauer im Hintergrund werden einfach zwischendurch etwas umgruppiert.

Das ist bei Beisichts Interviews nicht so einfach. Publikum gibt’s nicht. Die Sträucher im Hintergrund eben mal umzupflanzen, wäre wohl zu aufwendig. Und auch der Mast hinter dem Interviewten scheint fest einbetoniert zu sein. Beisicht selbst auszutauschen, ist auch nicht möglich, weil ein Parteichef – zumal dieser – ein Parteichef und damit ein Unikat ist. Man hätte ihn samt Stuhl in eine andere Ecke des Gartens verfrachten können, aber Männer, besonders solche, die einer Partei vorsitzen oder sich Publizist nennen, haben keinen Sinn für solche Details. Und auf die Idee, dass man Beisicht etwas anderes hätte anziehen können, ist auch niemand in der Abteilung Molau gekommen.

Aber – geben wir’s zu –: Selbst in T-Shirt oder Windbreaker, selbst vor Publikum, selbst draußen im Regen oder drinnen im verqualmten Saal wäre uns das, was der Vorsitzende der „Pro-Bewegung“ zu sagen hat, doch wieder nur vorgekommen, wie die x-te Wiederholung einer Show, die nur noch dazu taugt, in quotenschwachen Zeiten Sendestrecken zu füllen… Nebenbei: Der NDR hat „Dalli Dalli“ neu aufgelegt. Darauf haben wir uns wirklich gefreut. (ts)

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