GL: „Pro NRW“ sucht „Verankerung“ in Overath (ergänzt)

Posted on 12. Juli 2011 von


OVERATH – Eine Bürgerinitiative will in der 27.000-Einwohner-Stadt Overath (Rheinisch-Bergischer Kreis) Bürgermeister Andreas Heider (CDU) aus dem Amt kegeln. Von den fünf Ratsparteien haben bislang lediglich die Grünen und ein SPD-Ratsherr öffentlich Sympathien für den Vorstoß erkennen lassen, per Bürgerantrag das Abwahlverfahren einzuleiten. Nun möchte „pro NRW“ gerne mitmischen.

Man unterstütze eine Abwahl von Heider, ließ die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ am Montag wissen. „Neben der Kandidatur zur Landratswahl sei dies ein wichtiger Schritt, um im Rheinisch-Bergischen Kreis noch mehr Verankerung vor Ort zu erreichen, kommentiert der rheinisch-bergische Kreisvorsitzende Dr. Christoph Heger die Entscheidungen seiner Partei“, heißt es in einer Mitteilung von „pro NRW“. Wer genau „die Entscheidungen seiner Partei“ getroffen hat und wann sie getroffen wurden, blieb unerwähnt. Ebenso, wie die Unterstützung des Abwahlbegehrens genau aussehen soll.

Tuckernder Motor

Vorgestellt wird der in Overath lebende Heger in dem Text der Rechtsaußenpartei im Übrigen als „der Motor der kontinuierlichen Aufbauarbeit von pro NRW im Rheinisch-Bergischen Kreis“. Seine Erfolge als Kreisvorsitzender – Mitte November 2008 war er in dieses Amt gewählt worden – nehmen sich hingegen tatsächlich sehr bescheiden aus, vor allem, was die Arbeit in seiner Heimatstadt selbst anbelangt. In Overath kandidierten die Rechtspopulisten bei der Stadtratswahl 2009 überhaupt nicht. Und bei der Kreistagswahl vor knapp zwei Jahren gelang es der „Bürgerbewegung“ nur in einem der drei Overather Wahlkreise, mit einem Direktkandidaten aus der Stadt selbst anzutreten, Heger persönlich.

„Bürgerbewegung“ ohne Bürger

Auch etwas mehr als ein Jahr später hatte sich an der Misere, eine „Bürgerbewegung“ ohne Bürger zu sein, kaum etwas geändert. Zwar standen nach Informationen von „NRW rechtsaußen“ Ende 2010 rund 30 Namen mit Overather Adresse in einer internen Kartei von „pro NRW“. Doch die allermeisten von ihnen waren lediglich dort hineingeraten, weil sie einmal durch eine Unterschrift unter einer der „Petitionen“ der Rechtspopulisten oder eine Unterstützungsunterschrift für einen Wahlantritt in Kontakt mit der Partei geraten waren. Als Mitglieder der „Bürgerbewegung“ wurden Ende letzten Jahres lediglich zwei Overather in der Kartei geführt. Immerhin: „Pro NRW“-Kreischef Heger hatte so in seiner Heimatstadt noch ein zweites Parteimitglied, dem er vorsitzen konnte. (ts)

  • Wie die Internetseite „Bergische Stimme“ heute berichtet, hat sich die unter dem Namen „Arbeitskreis HEIMAT“ auftretende Bürgerinitiative zur Abwahl des Bürgermeisters deutlich von „pro NRW“ abgegrenzt. Die „Bergische Stimme“ zitiert Manfred Müller, einen der Sprecher der Bürgerinitiative, mit den Worten: „In unserem Arbeitskreis werden keine Vertreter von radikalen Gruppierungen – weder von rechts noch von links – zugelassen. Der Arbeitskreis ,HEIMAT’ ist auf radikale Individuen nicht angewiesen, möchte sie in seinen Reihen nicht sehen und wird ihnen schon gar keine Plattform bieten.“
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