NRW: „Pro“ will in mehr als 40 Städten auftauchen

Posted on 28. Juni 2011 von


Köln – „Pro NRW“ plant einmal mehr eine größere Aktion. Diesmal nicht zentral wie bei der als „Marsch für die Freiheit“ angekündigten Demonstration Anfang Mai in Köln. Dezentral will die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ Mitte Juli vielmehr aktiv werden.

Gleichwohl geht es in einer Mitteilung des „pro NRW“-Vorsitzenden Markus Beisicht vom heutigen Dienstag gewohnt vollmundig zur Sache. In mehr als 40 nordrhein-westfälischen Städten werde die „Pro-Bewegung“ am 16. Juli „gleichzeitig Infostände, Straßen- und Flugblattverteilaktionen sowie Mahnwachen vor symbolkräftigen Orten durchführen“.

Die Parallelveranstaltungen firmieren als „landesweiter Aktionstag gegen die Euro-Abzocke“. Beisicht: „Fast alle unsere Kreisverbände beteiligen sich aktiv und kreativ an diesem vorläufigen Höhepunkt unserer Kampagne gegen die skandalösen Transferzahlungen Deutschlands an Euro-Pleitestaaten wie z.B. Griechenland.“ Gleich in einer Auflage von angeblich 100.000 Stück will „pro NRW“ ein Flugblatt zum Thema unter die Leute bringen.

Schein und Sein

Einen gewichtigen Vorteil hat das dezentrale Konzept für die extrem rechte, angebliche „Bürgerbewegung“: Verlässlich wird es sich nicht in Erfahrung bringen lassen, ob „pro NRW“ tatsächlich in mehr als 40 Städten aktiv sein wird. Und auch die Frage, wie viele Mitglieder und Anhänger die Rechtspopulisten tatsächlich auf die Straße bringen, wird letztlich unbeantwortet bleiben.

Bei zentralen Veranstaltungen hingegen wird der Unterschied zwischen Schein und Sein der „Bürgerbewegung“ stets offensichtlich. Wie bei jenem „Marsch für die Freiheit“, der ins Herz Kölns führen sollte, sich tatsächlich aber auf einen Demonstrationszug vom Deutzer Bahnhof über die Deutzer Brücke zum Heumarkt und – ungeordnet – wieder zurück beschränkte und bei dem statt der von „pro“-Generalsekretär Markus Wiener genannten 1100 Teilnehmer gerade einmal rund 320 mit dabei waren. (ts)

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