HAM: Neonazi-„Original“ aus der Reichshauptstadt

Posted on 6. Juni 2011 von


Hamm – Er gehört zu jenen Neonazis, um die es in den letzten Jahren eher still geworden ist: Die Neonazi-„Kameradschaft Hamm“ holt Arnulf Priem (61) nun aus der Versenkung. Bei ihrer Demonstration am 1. Oktober soll er als einer der Redner auftreten.

Wer Kontakt zu Amokläufern, Bomben-Attentätern oder Messerstechern suche, müsse sich nur lange genug vor einer Wohnung in Berlin-Wedding postieren, schrieb der Journalist und Sachbuchautor Burkhard Schröder vor 14 Jahren in der taz.* Häufig und gern verkehre diese Art von Menschen dort. Gemeint war Priems Wohnung in der Osloer Straße. Arnulf-Winfried Priem war seinerzeit einer der wichtigsten Neonazi-Anführer Deutschlands, vorbestraft unter anderem wegen der „Bildung eines bewaffneten Haufens“ und unerlaubten Waffenbesitzes, Kopf der „Kampfgruppe Priem“, Gründer des Nazi-Rocker-Vereins „Wotans Volk“, Anhänger heidnischer Kulte und Mitglied der Führungsriege der „Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front“, der unter anderem auch Christian Worch angehörte.

Die Hammer Neonazis freuen sich über ihren Coup, ihn für ihre Demonstration gewonnen zu haben: „Mit Arnulf Priem wird am 1.10. ein echtes Original aus der Reichshauptstadt zu uns sprechen.“ Die beiden anderen bisher genannten Redner fallen da deutlich ab: Demo-Dauerredner Axel Reitz aus Pulheim sowie der NPD-Kreisvorsitzende von Unna/Hamm, Hans Jochen Voß. (ts)

* Burkhard Schröders Text über Priem und sein Umfeld: http://www.burks.de/artikel/040897.html

 

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