K: „Parteifreie“ Neonazis erwarten „Verbürgerlichung“ der NPD

Posted on 11. Mai 2011 von


Köln – Thomas Wulff war wohl das Bundesvorstandsmitglied der NPD, das am ehesten und völlig ungeschminkt eine Traditionslinie zur NSDAP verkörperte. Jetzt ist er zurückgetreten.* Kölner Neonazis, die die NPD wegen einer angeblichen Abkehr vom Nationalsozialismus schon öfters kritisiert haben, vergießen ein paar Krokodilstränen, finden Wulffs Rückzug aber ansonsten „absolut verständlich“.

Die Kölner Neonazis erinnern in einem Text auf ihrer Internetseite daran, dass Wulff, der sich selbst in Anlehnung an einen SS-Obergruppenführer den Beinamen „Steiner“ gab, „bereits seit den 80er Jahren in national- und sozialrevolutionären Zusammenhängen“ aktiv, ein „Weggefährte“ des 1991 verstorbenen Neonazis Michael Kühnen („unser Chef“) sowie ein „enger Vertrauter“ von Jürgen Rieger gewesen sei, der in seinen letzten Lebensjahren der führende Kopf der NS-Hardliner innerhalb der NPD wurde.

„Revolutionärer Bruder im Geiste“

„Steiner“ habe zuletzt im Parteivorstand als Leiter des Referates „Agitationspropaganda“ gearbeitet und „viele populär gewordene NPD-Aktionen, wie zum Beispiel die ,Millionen Fremde kosten uns Milliarden’- Kampagne“ entwickelt und „oftmals auch gegen Widerstände aus den vermeintlich ,politikfähigen’ Reihen der eigenen Partei umgesetzt“, so die Kölner Neonazis.

„Mehr als schade“, finden sie, sei das Ausscheiden des „Tatmenschen und geradlinigen Charakters“ aus dem NPD-Vorstand „besonders für uns nationale Sozialisten, die wir in Steiner stets einen unbestechlichen Fürsprecher und revolutionären Bruder im Geiste im Leitungsgremium der Partei wussten“.

„Gang nach Yad Vashem“

Andererseits nennen sie seinen Rückzug „absolut verständlich“. Der „Wegfall eines der letzten authentischen radikalen Aktivisten aus der Bundes-NPD“ werde wohl einen „weiteren Markstein auf dem Weg in die Verbürgerlichung der Partei darstellen“, glauben die Kölner Neo-Nationalsozialisten. Mit Wulff falle eine weitere Hürde für die „Politikfähigen“ innerhalb der Partei, die aus der NPD „eine Art deutscher FPÖ“ machen wollten: „Mit allem was dazugehört. Dem Gang nach Canossa bzw. Yad Vashem inklusive…“ (ts)

* http://npd-blog.info/2011/05/10/wulff-npd-888/

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