W: „Pro NRW“-Spitze mit „Leichen im Keller“

Posted on 5. März 2011 von


Wuppertal/Köln – Es ist wie fast immer, wenn es für „pro NRW“ unangenehme Dinge zu kommentieren gäbe: im Internet verschwinden Beiträge zum Thema spurlos; Anfragen werden nicht beantwortet; statt dessen werden Nebensächlichkeiten bejubelt. So auch diesmal, nachdem an dieser Stelle über mögliche Unregelmäßigkeiten bei der Wahl des „pro NRW“-Bezirksvorstands für das Bergische Land berichtet wurde.*

Der Eintrag in einem „pro“-nahen Internetforum, in dem sich der Wuppertaler Ex-„pro NRW“-Funktionär Frank Borgmann über Satzungsverstöße und einen mangelnden Aufklärungswillen der Parteispitze beklagte, ist inzwischen gelöscht. Borgmann legt aber nach. An dem, was er für die Grundgedanken der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ hält, will er offenbar festhalten: „Nach wie vor stehe ich weiterhin für Teile, die im Wahlprogramm von pro NRW stehen. Dazu zählen Aktionen gegen die Islamisierung Europas, Stärkung der Polizei, Förderung der inneren Sicherheit, Volksentscheid und der Erhalt unserer kulturellen Werte“, heißt es in einer Antwort auf eine Anfrage von „NRW rechtsaußen“.

Scharfe Kritik übt er aber an der Art und Weise, wie „pro NRW“ vorgeht. „Der Vorstand hat sich innerhalb von pro NRW ein eigenes Rechtssystem geschaffen“, kritisiert er. „Dies konnte nur geschehen, weil sich sämtliche Funktionärsträger abkapseln und ihre ,Leichen im Keller’ hüten.“ Eine dieser Leichen sei jene Bezirksvorstandswahl.

Borgmann berichtet, dass er ein Gedächtnisprotokoll über die von ihm angefochtene Wahl bei einer Versammlung des „pro“-Kreisverbands Düsseldorf verteilt habe. Freunde machte er sich damit nicht: Vom Vorsitzenden setzte es Kritik. Borgmann zu den Motiven für sein Verhalten: „Mich hat es schlichtweg verärgert, dass (aus meiner Sicht) vom Vorstand die Satzung mit Füßen getreten wird.“

Glaubt man Borgmann, so wurde er im Dezember 2009 nicht nur zum „Kreisbeauftragten“ der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ bestimmt, sondern sogar förmlich und regulär als Kreisvorsitzender gewählt. Ein Amt, das ihm Monate später demnach aber streitig gemacht wurde. „Am Tag der Landtagswahl erfuhr ich zum ersten Mal, dass es keinen Kreisvorsitzenden in Wuppertal gibt. Bis heute wird, wenn ich nicht anwesend bin, behauptet, dass es keinen Kreisvorsitzenden in Wuppertal gibt.“

Als Hintergrund seiner Degradierung und späteren Ablösung vermutet er, dass er dem Vorstand zu unbequem geworden sei. „Sämtliche Verbesserungsvorschläge und offene Kritik wurden abgeschmettert.“ Aber sogar mit dem Parteichef persönlich legte er sich nach eigenen Angaben an: „Ganz offen vertrat ich die Meinung, dass Pro ohne Herrn Beisicht besser dran wäre.“

Hätte man ihn „freundlich gebeten den Kreisvorsitz abzugeben, um ihn einer besser geeigneten Person zu übergeben, dann wäre ich dazu bereit gewesen“, schreibt Borgmann. Stattdessen habe man aber heute als Kreisbeauftragten ein Ex-Mitglied der NPD, kritisiert er. Ihm seien inzwischen „einfach zu viele Anhänger der NPD bei Pro“. (rr/ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2011/03/03/w-unregelmasigkeiten-bei-%e2%80%9epro-nrw%e2%80%9c-wahlen/

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