Nebenbei: Menschenrechts-Journalist Berger offline

Posted on 17. Dezember 2010 von


Heiligenhaus – Paranoia zu haben, heißt ja nicht, dass sie nicht hinter einem her sind, sagt der Volksmund. Der Satz könnte dem ehemaligen „pro NRW“-Multifunktionär und jetzigen Chef der „Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands“ Uwe Berger in den Sinn gekommen sein, als er am Donnerstag in die Tasten seines Computers griff.

Berger, einst bei „pro NRW“ mit so vielen Funktionen beauftragt, dass sie auf keiner Visitenkarte Platz gefunden hätten, dann dort im Streit ausgetreten und Gründer seiner ganz eigenen Bewegung mit ausgeprägtem Drang, sich mitzuteilen, war virtuell verstummt. Drei Wochen lang gab’s keine neuen Texte des „freien Journalisten für Politik und Menschenrechte“, keine Erklärungen des globalen Geschehens, keine neuen Enthüllungen, die tatsächlich meist so weltexklusiv waren, weil er sie ganz und gar für sich allein hatte.

Gestern, endlich, war Berger wieder da. Mit einem, wie er selbst einräumt, ungewohnt kurzen Beitrag auf der Homepage seiner Bewegung meldete er sich zurück. Immerhin kann er so sein vorübergehendes Verstummen erklären. Das Unheil nahm demnach Ende Oktober/Anfang November seinen Lauf. Gerade hatte Berger einen höchst investigativen Artikel über die Hintergründe von Bundesverteidigungsminister zu Guttenberg samt seiner USA-Kontakte veröffentlicht, als es geschah. „Kurz nach Veröffentlichung des zu Guttenberg Dossiers begannen hier Probleme mit der Internet-Leitung – lediglich bei uns, während sämtliche umliegenden Nachbarn seit Jahren keinerlei Verbindungsabbrüche zu beklagen hatten.“ Techniker wurden bemüht und gaben sich seitdem die Klinke in die Hand. Nichts hatte dauerhaft Erfolg. Berger: „Wir kommen uns langsam – Verzeihung – verärmelt vor!“ 

Immerhin hat der Menschenrechts-Journalist aus Heiligenhaus eine dunkle Ahnung, wer hinter seinen Problemen stecken könnte. „Wie neuerdings mit für manche Gruppierungen störende Zeitgenossen umgegangen wird, lässt sich ja sehr anschaulich bei dem Drama rund um die Veröffentlichungsplattform Wikileaks betrachten.“ Die „von einigen so geschätzten Vereinigten Staaten von Amerika“ würden eben alles daran setzen, „Wahrheiten, die unveröffentlicht blieben, mit aller Gewalt zu deckeln“, schreibt er in seinem Beitrag, der diesmal kurz und knapp ausfällt, „weil niemand sagen kann, wie lange die Netzverbindung stabil bleibt“.

Von der Internetwelt durch höhere Gewalt abgeschnitten zu sein kann einsam machen. Also ruft Berger seinen Lesern abschließend zu: „Wer möchte, kann jederzeit gerne telefonisch Kontakt zu uns aufnehmen!“ Das allerdings hätte er besser nicht geäußert: Als nächstes dürften CIA-Techniker auch noch seine Telefonleitung kappen. (rr)

  • Mehr zu Uwe Berger:

https://nrwrex.wordpress.com/2010/11/01/nebenbei-uwe-berger-und-die-wenig-freundlichen-blicke-der-polizeibeamten/

https://nrwrex.wordpress.com/2010/10/25/me-ex-%e2%80%9epro-nrw%e2%80%9c-multifunktionar-berger-zieht%e2%80%99s-zu-neonazis/

https://nrwrex.wordpress.com/2009/07/03/nrw-rechtspopulist-gegen-rechtspopulisten/

https://nrwrex.wordpress.com/2009/07/01/mede-schrittweises-ende-einer-%e2%80%9epro%e2%80%9d-karriere/

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