Nebenbei: Uwe Berger und die wenig freundlichen Blicke der Polizeibeamten

Posted on 1. November 2010 von


Velbert – Etwa mehr als 150 Teilnehmer kamen am vorigen Samstag zu der Demonstration in Velbert-Neviges, zu der unter anderem die rechts-„autonome“ AG Rheinland und der NPD-Kreisverband Düsseldorf/Mettmann aufgerufen hatten.* Einer, der sich ebenfalls angekündigt hatte, fehlte: der „Gründer der Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands und freie Journalist Uwe Berger“.**

„An der Demonstration am 30. Oktober in Velbert Neviges nehmen wir teil und stellen auch einen eigenen Redner“, hatte Berger, der nach seinem Abgang bei der „Bürgerbewegung pro NRW“ im Sommer vorigen Jahres mit der „Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands“ (FpBD) seine eigene „Bewegung“ ins Leben gerufen hatte, eine Woche zuvor mitgeteilt. Doch es kam – wie häufig bei Berger – anders als geplant.

Der „Gründer und Motivator“ der FpBD, wie er sich bisweilen auch nennt, ward bei der Veranstaltung nicht gesehen. Warum, das erklärte Berger, der des Öfteren durch eine eigenwillige bis exklusive Sicht der Dinge auffällt, bereits am Samstag in einem länglichen Beitrag auf der Internetseite seiner „Bewegung“.

„Was heute in Velbert zu sehen war, hat eine neue Qualität an linker Gewalt erreicht“, meint Berger auch hier wieder höchst exklusiv. Und noch einmal: „Die linke Gewalt hat eine neue Ebene der Aggressionen und Gewalt erreicht.“ Was er gesehen habe, sei „mit nichts mehr zu vergleichen“.***

Was aber hat er zum Beispiel am Bahnhof Neviges sehen müssen? Einen „ultralinken Mob“ auf der anderen Straßenseite, „versprengte Reiter einer Polizei-Pferdestaffel“ und ebenso „versprengte Gruppen Linksextremer in typischer Bekleidung“. Manche hätten sogar Kapuzenshirts getragen, „obwohl die ja eigentlich wegen der Vermummungsgefahr verboten waren“, und die „ebenso typischen Rucksäcken, in denen sich erfahrungsgemäß Wurfgeschosse und anderes Menschen verletzende Material bebefindet“, gerät der FpBD-Gründer angstschlotternd leicht ins Stottern. Außerdem hätten ihn Polizeibeamte „mit wenig freundlichen Blicken“ beobachtet.

Von seinen angeblich sechs „Mitstreitern“, mit denen Berger an der Demonstration teilnehmen wollte, war hingegen nichts zu sehen. Also verschwand auch ihr „Motivator“ wieder, kurvte mit dem Wagen ein wenig herum – und stand schließlich vor einer Straßensperre, die verhinderte, dass er wieder in der Nähe des Bahnhofs parken konnte.

Berger fuhr heim und hackte seinen Frust in die Tasten seines Computers. „Ganz bewusst wurden die Straßensperren an jenen Stellen aufgestellt und bewusst auch sehr früh, um die aus umliegenden Städten anreisenden Mitstreiter zu behindern!“, empört er sich.

Sauer ist er auf die Polizei, sauer auch auf Velberts Bürgermeister, der partout nicht einsehen will, dass ein Stadtoberhaupt nach Ansicht Bergers gleichen Abstand zu Neonazis wie Demokraten zu halten hat: „Bürgermeister verhalten sich in der Regel neutral zwischen den verschiedenen Parteien, was auch explizit ihre Aufgabe ist.“ Nicht sauer ist er hingegen auf die Neonazis, die an diesem Tag mit rassistischen Parolen durch Neviges zogen: „Meine Kameraden“ nennt er sie. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2010/10/30/me-rund-150-neonazis-demonstrieren-in-neviges-%e2%80%93-npd-redner-will-%e2%80%9ebis-aufs-blut-gegen-die-uberfremdung-kampfen%e2%80%9c/

** https://nrwrex.wordpress.com/2010/10/25/me-ex-%e2%80%9epro-nrw%e2%80%9c-multifunktionar-berger-zieht%e2%80%99s-zu-neonazis/

*** Bilanz der Polizei: „Alle Veranstaltungen sind friedlich verlaufen. Es gab weder Ausschreitungen noch Verletzte. Niemand musste festgenommen werden.“ http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/43777/1708446/polizei_mettmann?search=velbert

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