ME: Ex-„pro NRW“-Multifunktionär Berger zieht’s zu Neonazis

Posted on 25. Oktober 2010 von


Velbert – Die für den kommenden Samstag in Velbert angekündigte Neonazi-Demonstration hat einen Unterstützer gefunden, mit dem nicht unbedingt zu rechnen war: den ehemaligen „pro NRW“-Multifunktionär Uwe Berger.

„An der Demonstration am 30. Oktober in Velbert Neviges nehmen wir teil und stellen auch einen eigenen Redner“, teilte Berger am Sonntag auf der Internetseite seiner obskuren „Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands“ (FpBD) mit.

Berger war einst Vorstandsmitglied von „pro NRW“ auf Landesebene und beim Bezirksverband Rheinland, Ex-Netzwerkadministrator der selbst ernannten „Bürgerbewegung“, Vorsitzender des Kreisverbandes Mettmann/Düsseldorf, „Beauftragter“ für Herne, den Märkischen Kreis und das Sauerland, dazu „Gesundheitsexperte“ der Rechtspopulisten, deren Oberbürgermeisterkandidat für Essen sowie, wie er zu betonen nicht vergaß, Mitglied des „innersten Kreises der Partei“.

Im Sommer des vorigen Jahres trennten sich die Wege von „pro NRW“ und Berger im Streit – nicht zuletzt, weil er sich in diesen Kreisen nicht ausreichend geschätzt und geachtet fühlte.* Berger gründete seine „Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands“, die allerdings ohne jede politische Relevanz blieb.

Über die „Bewegung“ FpBD heißt es auf ihrer Homepage, sie sei „politisch weder links, noch rechts und schon überhaupt nicht extrem einzustufen“. Sie habe eine „bürgerlich-konservative Ausrichtung“. Ihre Mitglieder würden sich „aus der bürgerlichen und gutbürgerlichen Gesellschaftsschicht zusammensetzen“ und sich „zum christlichen Menschenbild und zur freiheitlich-demokratischen Grundhaltung der Bundesrepublik Deutschland“ bekennen.

Doch die Betonung des Freiheitlich-Demokratischen, (Gut-)Bürgerlichen, Konservativen, Christlichen brachte keinen Erfolg. Berger scheint inzwischen realisiert zu haben, dass seine FpBD nun doch nicht auf die Schnelle zur rechten Sammlungsbewegung avancieren wird. „Wir sind es leid, ständig neu Leute auf den Straßen anzusprechen, die nur kreativ und fantasievoll werden, wenn es um Ausreden geht, weshalb ausgerechnet sie nicht politisch aktiv werden können“, schimpft er angesichts der ausbleibenden Unterstützung aus dem „bürgerlichen“ Lager. Daher würden jetzt mit der Teilnahme an der Velberter Demonstration „Nägel mit Köpfen“ gemacht.

Neonazis sind die Veranstalter jener Demonstration nicht, legt man Bergers Maßstab an. Er beklagt, dass „meine Kameradinnen und Kameraden als Nazis“ beschimpft und beleidigt würden. „Extremistisch allerdings sind andere“, meint er und hat insbesondere Bundeskanzlerin Angela Merkel im Blick. Sie beginne damit, „nationalsozialistisches Gedankengut in Form von Gleichschaltung der Presse wieder salonfähig zu machen“, argwöhnt der „Gründer der Freiheitlich patriotischen Bewegung Deutschlands und freie Journalist Uwe Berger“, wie er sich selbst bezeichnet. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2009/07/01/mede-schrittweises-ende-einer-%e2%80%9epro%e2%80%9d-karriere/

und

https://nrwrex.wordpress.com/2009/07/03/nrw-rechtspopulist-gegen-rechtspopulisten/

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