K/B: Ehrenbürger Sarrazin: „Pro“-Wiener hat eine neue Marketing-Idee

Posted on 31. August 2010 von


Köln/Berlin – Thilo Sarrazin soll Kölner Ehrenbürger werden. Das wünschen sich die Rechtspopulisten von „pro Köln“.

„Pro Deutschland“-Chef Manfred Rouhs wäre sogar bereit, sein Amt an den Bundesbanker mit Rechtsaußentendenz abzugeben, wenn der sich entschlösse, Mitglied seiner „Bürgerbewegung“ zu werden. Mit diesem großzügigen Angebot schaffte es Rouhs bis hinein in einige überregionale Medien. „Pro NRW“-Generalsekretär Markus Wiener versucht mit deutlich geringerem persönlichen Einsatz, für einen Tag in die Medien und vielleicht sogar in die Schlagzeilen zu kommen. Wiener, der dem Kölner Stadtrat angehört, schlug heute vor, dem Sarrazin die Ehrenbürgerwürde der Domstadt zu verleihen.

Schon in der nächsten Sitzung des Stadtrates, der allerdings nicht erst am Elften im Elften tagt, sondern bereits am 14. September, solle diese Ehrung beschlossen werden, wünscht sich „pro Köln“. Sarrazin, so meint Wiener in seiner Laudatio, habe „wichtige Breschen in das Dickicht der ,Politischen Korrektheit’ in Deutschland geschlagen“. Tabus und Denkverbote seien gefallen.

Ob sein Vorstoß ausreicht, um einen medialen Erfolg zu landen, ist offen. Rouhs könnte ihm verraten, wie vergänglich Schlagzeilen sind. Als das ARD-Magazin „Report“ am Montagabend darüber berichtete, wie die extreme Rechte den SPD-Bundesbanker feiert, da wurde zwar der NPD-Vorsitzende Udo Voigt im Interview gezeigt, „keine Silbe“ aber aus dem Interview mit dem um ein Biedermann-Image bemühten Chef der Mini-Partei „pro D“ – und das trotz seines großzügigen Angebots, den Vorsitz an Sarrazin abtreten zu wollen. (ts)

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