Nebenbei: „Pro NRW“-Hauer im fulminanten Geschwindigkeitsrausch

Posted on 31. Juli 2010 von


Gelsenkirchen/Nürburgring (Nordschleife) – Die „Bürgerbewegung pro NRW“ hat eine neue Zielgruppe für ihre Werbebotschaften entdeckt. Die befindet sich zwar „weitab der sozial drängenden gesellschaftlichen Probleme“, wie ihr stellvertretender Vorsitzender Kevin Gareth Hauer erkannt hat. Doch auch dort könne man Menschen für „pro“ begeistern, hofft er.

„Tempo für pro NRW“ verspricht eine Mitteilung der „Bürgerbewegung“ vom gestrigen Freitag. Eine ganz neue Form der „Sichtwerbung“ hat „pro NRW“ für sich entdeckt, wie dem Text zu entnehmen ist: einen Aufkleber fürs Auto. Geschätzt ist er immerhin etwa einen Meter lang und vielleicht 30 Zentimeter breit. Und er ziert nicht etwa den Kleinwagen von Hinz oder Kunz. Nein, er schmückt den Renn-Porsche von „Claus J. jun.“, unter dessen (des Porsches, nicht „Claus J. jun.’s“) Haube „etwa 520 Pferdchen stecken“, wie uns „pro NRW“ wissen lässt.

Jener „Claus J. jun.“ also, der „ein gern gesehener Gast auf dem Nürburgring und anderen deutschen Rennstrecken ist“, sorgt dafür, dass die „Bürgerbewegung“ nun „auch in hohem Tempo Werbung für ihr freiheitlich-konservatives Politikmodell in der Rennsportszene“ macht. Dort, es hätte gar nicht anders sein können, erfreue sich jene „Bürgerbewegung“ bereits „größter Beliebtheit“.

Zu verdanken ist die „Verzierung“ des Porsches von „Claus J. jun.“ dem „pro“-Vize Kevin Gareth Hauer aus Gelsenkirchen, der nicht zum ersten Mal durch innovative Ideen auffällt*.

Hauer trägt mit seiner Initiative dazu bei, dass sein Verein vom Luft- wieder auf den Bodenkampf umschaltet: „Ich freue mich, dass es uns nach erfolgreichen Flugzeugeinsätzen im Landtagswahlkampf nun auch gelungen ist, unser zukunftsweisendes Politikmodell quasi auf die Rennstrecke zu bringen und auch am Boden in einer angemessenen Geschwindigkeit unseren Politikansatz zur Geltung zu bringen.“

Die „angemessene Geschwindigkeit“ dürfte im konkreten Fall eines Porsche 911 mit 520 PS bei um die 300 km/h liegen – wodurch der Werbeeffekt ein eher flüchtiger sein könnte. Macht aber nichts: Hauer, der bei diesem, um den „pro“-Jargon zu bemühen, fulminanten PR-Coup ein wenig in Geschwindigkeitsrausch geraten zu sein scheint, freut sich dennoch über „unsere temporeiche Werbung“. (ts)

* https://nrwrex.wordpress.com/2010/04/30/nebenbei-%e2%80%9epro-nrw%e2%80%9c-bezirksvorsitzender-erfindet-kommunale-wirtschaftsforderung-ganz-neu/

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