RE: Neonazis wollten VVN-Demo stören

Posted on 25. April 2010 von


Recklinghausen – Neonazis versuchten am Samstag, eine Demonstration zum 77. Todestag von Albert Funk in Recklinghausen zu stören. Gegen 13 Personen des rechten Spektrums seien Platzverweise ausgesprochen worden, berichtete die Polizei.

Die VVN/BdA und das Bündnis gegen Rechts hatten zu der Demonstration in Erinnerung an Funk aufgerufen, der als Bergmann arbeitete, als Gewerkschafter aktiv war und 1930 für die KPD in den Reichstag gewählt wurde. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten war Funk in den Untergrund gegangen, aber bereits Mitte April 1933 verhaftet worden. Im Polizeipräsidium Recklinghausen wurde er brutal gefoltert. Am 27. April erlag er seinen Verletzungen, die er sich bei einem Sprung aus einem Fenster des Polizeipräsidiums zugezogen hatte*.

In die Traditionslinie seiner Folterer stellen sich nun explizit jene Neonazis, die sich nach eigenen Angaben an verschiedenen Stellen der Demonstrationsroute platzieren wollten, „um offen Flagge gegen den Kommunismus zu zeigen“. Für sie ist Funk ein „krimineller Kommunist“ und die Demonstration zur Erinnerung an ihn eine „Vergötterung kommunistischer Straftäter“.

Die Demonstration sollte unter anderem zwei Forderungen unterstützen: dass mit einer Mahntafel am Polizeipräsidium an dessen Funktion im Nazi-Reich und des Leids der dort inhaftierten Antifaschisten erinnert und in Recklinghausen eine Straße nach Albert Funk benannt wird. Solche Straßen gibt es laut Wikipedia bislang nur in Aue, Freiberg, Zwickau und Hamm. (ts)

* http://www.vvn-bda-re.de/pdf/AlbertFunk.pdf

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