MK: Rechte Solidarisierungen mit Anti-Moschee-Initiative

Posted on 13. April 2010 von


Iserlohn – Eine „Bürgerinitiative für mehr Demokratie und Bürgerbeteiligung“ will den Bau einer Moschee in einem Iserlohner Gewerbegebiet verhindern. NPD, „pro NRW“ und eine kleine örtliche Neonazigruppe stürzen sich ebenfalls auf das Thema.

Die Ahmadiyya-Gemeinde, die in Iserlohn und Umgebung rund 70 Mitglieder zählt, plant den Bau eines eingeschossigen Gebäudes, das, wie der Iserlohner Kreisanzeiger berichtete, nur etwas größer sein soll als ein Einfamilienhaus, mit einer flachen Kuppel und einem nicht begehbaren Minarett. Ungeachtet der bescheidenen Maßstäbe spricht „pro NRW“ von einer „repräsentativen Moschee“, die verhindert werden soll: „Auch in Iserlohn werden wir gegen orientalische Großmoscheen, Hassprediger, Minarette, Muezzinrufe und Parallelgesellschaften kämpfen.“ Man unterstütze das von der „Bürgerinitiative“ geplante Bürgerbegehren gegen den Bau und auch eine für Mittwochabend geplante Veranstaltung der „Bürgerinitiative“. Wie diese Unterstützung angesichts der im Märkischen Kreis nicht vorhandenen Parteistrukturen konkret aussehen soll, wird aber nicht verraten.

Die NPD, die mit Timo Pradel auch einen Stadtrat in Iserlohn stellt, ist schon einen Schritt weiter. Auf ihrer lokalen Homepage gibt’s die Unterschriftenlisten der „Bürgerinitiative“ zum Download. Ausgefüllt sollen sie nicht etwa an deren Organisatoren geschickt werden, sondern an die NPD, die ihrerseits selbst auch aktiv Unterschriften sammeln will.

Zur Teilnahme an der Unterschriftenaktion ruft schließlich auch die „Freie Kameradschaft Iserlohn“ auf, ein NPD-nahes Neonazi-Grüppchen. (ts)

Posted in: Allgemeines