Nebenbei: „Pro“-Brinkmann macht sich per Hubschrauber auf den Kreuzzug

Posted on 6. März 2010 von


Köln/Berlin – Er ist alles andere als ein packender Redner. Und dennoch glaubt Patrik Brinkmann – und das will wohl auch „pro NRW“ glauben –, dass seine persönlichen Auftritte die selbst ernannte „Bürgerbewegung“ bis an die Pforten des Düsseldorfer Landtags führen könnten.

Wobei „Auftritt“ schon die falsche Bezeichnung ist. Eher dürfte es sich um ein „Einschweben“ handeln. In der Woche vor dem Wahltermin zwischen Rhein, Ruhr und Weser will Brinkmann hierzulande persönlich um Stimmen werben. Bei angepeilten „vier Kundgebungen und Veranstaltungen pro Tag“ sind das vom 2. bis 8. Mai immerhin 28 Termine. Und die sind schwer zu bewältigen, wenn man mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleibt.

Abheben ist also angesagt – eine Disziplin, die man bei der „pro-Bewegung“ in jeder Hinsicht und vor allem auch in der Außendarstellung problemlos beherrscht. „Um den Ablauf reibungslos zu gestalten, ist auch der Einsatz eines Hubschraubers geplant“, kündigen „pro Deutschland“ und „pro NRW“ denn auch für Brinkmanns Nordrhein-Westfalen-Visite an.

Um einen ganz banalen Wahlkampf soll es sich bei seiner NRW-Tournee durchaus nicht handeln. Er wolle, ließ Brinkmann wissen, die Veranstaltungsreihe „durchaus als Kreuzzug begreifen“ – „ein­­­ Kreuzzug gegen den Islam in Deutschland“, wie er erklärend hinzufügt.

Der Kreuzzug per Helikopter; der statt des Schwertes eine Aktentasche schwingende Kreuzritter Brinkmann; ihm zu Füßen eine Heerschar, die sich eher in (zwei) Dutzenden als in Hunderten bemisst: Geschichte, so hat ein kluger Mensch vor langer Zeit geschrieben, wiederhole sich nicht, es sei denn als Farce. Patrik Brinkmann steht in dieser Farce Anfang Mai in 28 Vorstellungen auf der Bühne – immerhin als Hauptdarsteller, was zumindest ihm gefallen dürfte. (rr)

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