WAF: Mit der Hakenkreuzfahne durch die Nacht

Posted on 25. Februar 2010 von


Ahlen – Mit der Hakenkreuzfahne vorneweg, das Horst-Wessel-Lied auf den Lippen und Fackeln in den Händen ziehen Neonazis durch die Nacht: Auf der russischen Internetplattform „RuTube“ sind Bilder von dem Spektakel am Dienstagabend in der Nähe von Ahlen zu besichtigen.

Inzwischen ist das Video allerdings „bearbeitet“ – vermutlich von denen, die es dort veröffentlicht hatten. Die Szene mit der Hakenkreuzfahne beispielsweise ist verschwunden. Und auch sonst werden Spuren verwischt.

Von der Homepage der „Autonomen Nationalisten Ahlen“ wurde ein am Dienstagabend bzw. in der Nacht zum Mittwoch veröffentlichter Bericht über die Veranstaltung zum 80. Todestag von Horst Wessel wieder entfernt. „Knapp 40 nationale Aktivsten“, so hatte es dort geheißen, hätten sich in Ahlen eingefunden, „um an den unvergessenen SA-Sturmführer zu erinnern“. Sein „Geist“ sei „auch heute, 80 Jahre später noch lebendig. Sind seine Lieder auch verboten, seine Taten verschmäht und sein Name verleumdet, so ist doch Horst Wessels Idealismus heute im Geheimen Vorbild für eine ganze Generation“.

Gelöscht wurde auch ein am Mittwoch erschienener Beitrag auf der neonazistischen Internetplattform „Altermedia“, der einen Link zum „RuTube“-Video enthielt. 

Und nicht mehr zu finden ist schließlich ein Text, der auf der Homepage des „Nationalen Widerstands Unna“ für einige Stunden zu finden war. „Dies ist ein uns zugekommener Bericht eines Teilnehmers und wurde unverändert aus reinen Dokumentationszwecken veröffentlicht. Von strafbaren Äußerungen distanzieren wir uns im Sinne des BRD Strafrechts natürlich vollumfänglich“, hatten die Neonazis aus Unna als Erklärung an den Bericht angefügt.

Einige Zitate: „Schon lange hörte Ich von diesem Termin, dem 23. Februar. Hier und da vernahm man, dass die Kameraden der ,Autonomen Nationalisten Ahlen’ eine Aktion planen, deren Durchführung an jeden Gesinnungsparagraphen der Bundesrepublik kratzt. (…) Trotz Angst vor großer Repression durch den Staat ging es am frühen Abend los Richtung Ahlen, der ersten judenfreien Stadt im Deutschen Reich. (…) Die Kameraden aus Ahlen leisteten gute Arbeit, den Ort des Geschehens so geheim wie möglich zu halten, einem würdevolles Gedenken stand so nichts mehr im Wege. Nun ging es also los, vor und hinter mir reihten sich die Kameraden ein, nach rechts und links ragten die unzähligen Fackeln wie ein tanzendes Lichtmeer heraus und erleuchteten die Felder bis auf mehrere hundert Meter. (…) Die Fahne hoch voran machte sich der Zug in Bewegung.“

An einem „Gedenkplatz“ folgten demnach die Reden von zwei „Kameraden“ aus Ahlen und Unna, wobei letzterer festgehalten habe: „Ein Leben in Knechtschaft ist nicht wert, gelebt zu werden, viel mehr Wertigkeit stellt der erbitterte Kampf dar, sich aus dieser Lage zu befreien, auch wenn am Ende der Tod warten sollte.“

Schließlich ging’s wieder heimwärts: „Man schritt mit der immer noch hoch im Wind flatternden Fahne, welche unser heiliges Symbol beinhaltete, zum Ausgangspunkt, aus den Kehlen der 40 jungen Deutschen ertönte das verbotene Horst Wessel-Lied.“ (ts)

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