NRW: „Pro“-Sponsor Brinkmann mag die „Junge Freiheit“ nicht mehr lesen

Posted on 7. Februar 2010 von


Köln – Nachdem das rechte Wochenblatt „Junge Freiheit“ über „pro NRW“-Sponsor Patrik Brinkmann nicht so geschrieben hat, wie der dies gern gesehen bzw. gelesen hätte, geht der schwedisch-deutsche Unternehmer auf Konfliktkurs.

Dass „die Kölner Zeitungen“, soweit dies überhaupt möglich ist, seine Finanzkraft unter die Lupe nehmen und dabei auch auf seine Steuerverfahren und Konkurse in der schwedischen Heimat aufmerksam machen würden*, hat „pro NRW“-Sponsor Patrik Brinkmann nicht überrascht. Auch die kritischen Anmerkungen, die er in den Kommentarspalten einschlägiger, extrem rechter Internetportale lesen konnte, dürften ihn angesichts seines Parteien-Hoppings zwischen NPD, DVU und „pro NRW“ nicht wirklich verwundert haben. Dass nun aber sogar die „Junge Freiheit“ (JF) beginnt, an seiner finanziellen Potenz zu zweifeln und auch an seiner Bereitschaft, tatsächlich größere Summen in die bundesdeutschen Rechtsaußen zu investieren, bringt ihn offenbar auf die Palme.

Unter dem Titel „Millionär sucht Partei“ hatte die JF am Donnerstag einen Bericht über den schwedisch-deutschen Unternehmer veröffentlicht und unter anderem daran erinnert, dass aus der seinerzeit von der NPD erhofften Brinkmannschen Finanzspritze nichts geworden sei. Lediglich zwei Darlehen über 230.000 Euro habe er der NPD gewährt. „Vor allem auf eine angekündigte Spende über 60.000 Euro für den Wahlkampf in Niedersachsen wartete die Partei vergeblich“, schreibt die JF. Auch bei der DVU, der Brinkmann sein Interesse nach dem Intermezzo bei der NPD zuwandte, habe er Gelder in Aussicht gestellt, so zum Beispiel für die brandenburgische Landtagswahl. Laut DVU-Chef Matthias Faust erhielt die Partei für den Wahlkampf jedoch keinen einzigen Euro von Brinkmann. „Er hat viele Erklärungen abgegeben, viel versprochen, aber wenig gehalten“, zitiert die „Junge Freiheit“ Faust. Lediglich für ein Rechtsgutachten flossen demnach 2000 Euro.

Damit nicht genug, weist die rechte Wochenzeitung auch noch darauf hin, dass „Aktiengesellschaften, an denen Brinkmann beteiligt ist beziehungsweise war, nach Recherchen der JF in den vergangenen Jahren massiv an Wert verloren haben“.

„Unterste Schublade“, so kontert Brinkmann nun auf der Internetseite „Gesamtrechts“, sei der JF-Text: „Genauso manipulativ, wie er in der linken Presse gewesen wäre.“ Er, Brinkmann habe „bisher nur mit Leuten gesprochen, die bei der Jungen Freiheit gearbeitet haben oder arbeiten, die mit Frust darüber berichten“. Der Chefredakteur der „Denunziationspostille“, Dieter Stein, sei ein Autokrat, dem es vor allem darum zu gehen scheine, „jeden rechten, vernünftigen Politikansatz zu verhindern“. Stein sei, so poltert Brinkmann weiter, „die zwielichtige Person, die eine erfolgreiche demokratische Rechte offenbar verhindern will“.

Mit einem für einen Quereinsteiger, der sich gerade einmal seit zwei Jahren in der bundesdeutschen Rechten tummelt, erstaunlichen Detailreichtum nimmt Brinkmann sich Stein zur Brust (wenn denn diese zitierte Äußerung wirklich von ihm und nicht von einem „Ghostwriter“ oder „Übersetzer“ stammt): „Schauen Sie sich doch mal seine politische Vita an. Am Anfang seiner Vita findet man Herrn Stein bei Ewald Althans und bei vom Staat bezahlten Agents Provocateurs. Ich nehme an, Herr Stein wird es als Jugendsünde ansehen, dass er mit einem Kreis zusammengearbeitet hatte, der im näheren Umfeld der Kühnen-Connection stand. Ob das also nur Komplexe sind, wenn Stein hier immer um sich schlägt oder ob er da etwas anderes zu verheimlichen hat, weiß wahrscheinlich nur er. Ich frage mich, was hat Stein im April 1990 im Kreis von Michael Kühnen und Ewald Althans gesucht? Damals hat er sich den Revisionisten angeschlossen, heute flötet er ganz andere Töne. Warum hat er mit dem damaligen FAP-Funktionär Michael Krämer zusammengearbeitet sowie mit Steffen Hupka von der Nationalistischen Front?“

Was folgt, ist eine Kampfansage: „Vielleicht sollte man lieber mal ausleuchten, woher denn die JF ihr Geld bekommt.“ Er, Brinkmann, werde sich „einmal darum kümmern und hier etwas recherchieren“. Einige Leute hätten sich bei ihm schon gemeldet, „die Steins Methoden kennen“. (ts)
* http://www.ksta.de/html/artikel/1264185793278.shtml

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