Nebenbei: Hammer Neonazis finden den „Heiligen Gral“

Posted on 27. Dezember 2009 von


Hamm – Der übermäßige Genuss von Wildschweinkeule, Plätzchen in Hakenkreuzform, Met und was Neonazis über Weihnachten respektive zum Julfest sonst so zu sich nehmen, kombiniert womöglich mit dem wiederholten Betrachten der alten „Indiana Jones“-DVD an langen Feiertagen, zeigt fatale Wirkungen. Zumindest in Hamm.

Der dortigen Kameradschaft ist gelungen, was sogar Heinrich Himmler und seinem „Deutschen Ahnenerbe“ bei ihrer Suche verwehrt blieb: „Kameraden, erhebt stolz Euer Haupt, Ihr habt geschafft, was viele vor Euch nicht schafften! Ihr habt den Gral gefunden“, freut sich der Autor einer „Kolumne“ auf der Homepage der Neonazis aus Hamm.

Gelungen ist ihnen der sensationelle Fund, weil sie erkannt haben, dass der „Heilige Gral“ „mehr Gedanke als wirklich greifbarer Gegenstand ist“. Er sei „eine Idee, eine Auffassung und eine Geisteshaltung“. Nur „in einer Welt des Materialismus“ sei er durch das – wir ahnten, wer dahintersteckt – „in seinen Grundfesten jüdische Christentum“ als etwas Materielles verstanden worden und „zu einem Gegenstand der Begierde gemacht“ worden.

Und wem gehört die Idee des „Heiligen Grals“, der Gesundheit und ewiges Leben verspricht? Der Autor der Kameradschaft Hamm beantwortet die Frage so: „Welche Idee oder welche Weltanschauung hat denn als einzige das Kernziel, die Gesundung und die Erhebung des Volkes zu wahrer Größe und damit auch Erbgesundheit? Nur der Nationale Sozialismus!“

Und warum haben gerade Neonazis und gerade jetzt den Gral gefunden? Weil sie „reinen Herzens“ seien, es ihnen „nicht um unseren persönlichen Vorteil, sondern um die Zukunft des Deutschen Volkes und der Nordischen Rasse“ gehe. „Es heißt, nur der, der reinen Herzens ist, kann den Gral berühren, doch sind die meisten bewußt Suchenden vor uns nur mit dem Grund der persönlichen Bereicherung losgezogen. Wir aber, die wir unseren Wohlstand für die Genesung des Volkes einsetzen, sind reinen Herzens.“ Der Rest war eine Kleinigkeit: „Er lag die ganze Zeit vor uns, golden strahlend unter einer dicken Schicht Dreck, den unsere Feinde auf ihn abgeworfen hatten. Doch die Augen des Reinherzigen konnten den wahren Kern des Heiligen Grals finden.“

„Kameraden, wir sind die GRALSHÜTER!“, schreit der Autor die Leser am Ende seiner „Kolumne“ an. Zum Julfest 2010 dürften bei den Hammer Neonazis statt der üblichen Wehrmachts-Figuren geballt Gralsritter-Figuren auf den Wunschzetteln stehen. Kleine Hakenkreuzarmbinden für die Miniaturritter lassen sich ja selber basteln. (rr)

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