K: Ein NPD-Kandidat und die „satanistischen Hochgradfreimaurer“

Posted on 17. September 2009 von


Köln – NPD-Parteichef Udo Voigt ist am Dienstag von der Internetplattform abgeordnetenwatch.de, bei der Bürger Bundestagskandidaten nach ihren Zielen und Absichten befragen können, gesperrt worden. Drei Wochen zuvor war bereits für seinen Partei-„Kameraden“ Benedikt Frings, der am 27. September für die NPD im Wahlkreis Köln I antritt, Schluss gewesen.

Immerhin 21 Fragen waren binnen fünf Wochen bis zu seiner Sperrung an Frings gerichtet worden – mehr als an manche Spitzenpolitiker. Gleich dreimal verzichtete abgeordnetenwatch.de auf die Veröffentlichung der Frings’schen Antworten, weil sie gegen den Kodex der Plattform verstießen. Er regelt unter anderem, dass „Beiträge, die Gewaltherrschaft, Rassismus, Sexismus sowie politische und religiöse Verfolgung vertreten oder deren Opfer missachten und verhöhnen“, sowie Texte „mit Beleidigungen, Beschimpfungen und menschenverachtenden Formulierungen“ nicht freigeschaltet werden.

So blieben die Fragen – jedenfalls öffentlich nachlesbar – unbeantwortet, wie er zum NS-Regime und Adolf Hitler stehe, ob er ein Deutschland ohne Ausländer wolle, was er von Judentum und Freimaurerei halte und wie er die Lage im Nahen Osten bewerte.

Aber um ein Bild des NPD-Kandidaten Dr. Benedikt Frings zu gewinnen, genügen auch schon seine sonstigen Antworten. So verteidigt er seinen Besuch bei der Konferenz von Holocaustleugnern im Dezember 2006 in Teheran und wendet sich zugleich gegen den Begriff der Holocaustleugnung: „Weder ich noch sonst irgend jemand, den ich in Teheran getroffen habe leugnet irgend etwas. ,Leugnung’ bedeutet nämlich: einen eigentlich als wahr erkannten Sachverhalt für unwahr erklären – also ein Lügner sein. Das heißt die Unwahrheit sagen wider besseren Wissens.“ Die „gegenwärtige BRD-Rechtsprechung“ lasse „zu diesem Thema und zu vielen anderen Themen eine offene Diskussion nicht zu, sondern sperrt Menschen, die friedlich hierzu Ansichten vertreten, die nicht mit der hier herrschenden politischen Klasse übereinstimmen, jahrelang ins Gefängnis“.

Folgt man der Frings’schen – nennen wir es einmal vorübergehend so – „Logik“, so haben die, die in Gefängnissen sitzen, sogar noch Glück. Denn es droht weit Schlimmeres. Zum Beispiel Politikern, die es schon „zu einer gewissen Macht innerhalb der Parteienherrschaft gebracht“ hätten und „im Rahmen dieser Regierungsform etwas für das eigene Volk durchzusetzen“ versuchten. Sie würde, so Frings, „,haiderisiert“: „Die Liste der Ermordeten ist blutig und lang. Uwe Barschel, Pym Fortein, Jürgen Möllemann, Jörg Haider usw.“

Klar, dass der Kölner „REICHSbürger des nicht untergegangenen Deutschen Reiches“ gerne auch an den Grenzen im Osten rütteln würde: Nach „Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit des Deutschen Reiches wird die Reichsregierung sich dann mit der polnischen und russischen Regierung ins Benehmen setzen und auf friedlichem Wege eine Lösung suchen“, kündigt er an. Diese könne auch den „Kunststaat ,Weißrußland’ einbeziehen, indem dieser unter Umständen wieder aufgelöst wird. Dessen Westhälfte sind ja überwiegend die ursprünglichen polnischen Ostgebiete und dessen Osthälfte könnte dann wieder ein Teil Rußlands werden“.

Von einem mächtigen Deutschen Reich hält er viel, von einem geeinten Europa wenig: Der EU-Vertrag sei „ein Ermächtigungsgesetz für einen EU-faschistisches Imperium“, weiß Frings. „Unter dem Freimaurersymbol des Pentagramms soll ein ,Europaimperium’ errichtet werden, wobei Deutschland dann, zerlegt in ,Regionen’, nichts anderes mehr ist als eine Provinz der Brüsseler Zentralregierung.“ Das sei „aber nur das vorbereitende Experiment“ für die eigentlich geplante „Eine-Welt-Diktatur“. Wer so etwas vorbereitet? „Satanistische Hochgradfreimaurer, die unter dem Siegel des Pentagramms ihre Weltmachtträume verfolgen.“

Als ausgeübte Tätigkeit gibt Frings übrigens „Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Facharzt für Allgemeinmedizin“ an. (js)

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