NRW: NPD-Kandidaten-Export zur Bundestagswahl

Posted on 9. September 2009 von


Düsseldorf – NPDler aus Nordrhein-Westfalen, die in ihrer Partei etwas werden wollen und/oder ihren Lebensunterhalt mit extrem rechter Politik bestreiten wollen, versuchen das besser außerhalb von NRW. Auf den Landeslisten der NPD zur Bundestagswahl am 27. September finden sich vier Kandidaten, die diese These stützen könnten.

Zunächst einmal der Bundesvorsitzende Udo Voigt selbst. Er wurde zwar schon als 18-Jähriger 1970 in den NPD-Kreisvorstand in Viersen gewählt, wo er geboren ist. Seine Karriere, die ihn an die Spitze der Partei führte, startete er allerdings erst knapp eineinhalb Jahrzehnte später, als er bereits dem bayerischen Landesverband angehörte. Bei der Bundestagswahl steht er als Spitzenkandidat auf dem ersten Platz der Landesliste in Berlin.

In NRW geboren – in Wegberg im Kreis Heinsberg – ist auch Udo Pastörs. Der NPD-Fraktionsvorsitzende in Mecklenburg-Vorpommern wurde erst in der NPD aktiv, nachdem es ihn ins mecklenburgische Lübtheen gezogen hatte. Er ist Spitzenkandidat seines Landesverbandes am 27. September.

Ebenfalls in seiner NRW-Phase noch nicht parteipolitisch aktiv war der Historiker und gebürtige Arnsberger Olaf Rose. Allerdings fiel er schon vor seinem Eintritt in die NPD – damals noch in Bochum wohnend – durch geschichtsrevisionistische Bücher und Buchbeiträge sowie durch Vorträge in extrem rechten Kreisen auf. Inzwischen ist Rose (Jahrgang 1958) „Parlamentarischer Berater“ der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag und Stadtrat seiner Partei in Pirna. Bei der Bundestagswahl tritt er als Spitzenkandidat der NPD in Sachsen an.

„Historiker“ gibt auch Stefan Lux in den Wahlunterlagen als Beruf an. Lux, 1959 in Wuppertal geboren und später in Heiligenhaus (Kreis Mettmann) lebend, war früher NPD-Kreisvorsitzender seiner Geburtstadt. Später wurde er als Bundesschulungsleiter der Neonazipartei in Berlin aktiv. Zuletzt firmierte er als Geschäftsführer der NPD-Bezirksverordneten-Fraktion in Treptow-Köpenick. Vermutet wird, dass er die Arbeit der Berliner NPD-Abgeordneten in den Bezirken koordinierte. Lux steht als Sechster auf der Landesliste der NPD in der Hauptstadt. (js)

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