DO: 700 Neonazis bei „Antikriegstag“

Posted on 5. September 2009 von


Dortmund – Rund 700 Neonazis nahmen am Samstagnachmittag an einer Kundgebung der Dortmunder Rechts-„Autonomen“ in der Nähe des Hafens teil.

Damit blieb die Teilnehmerzahl deutlich hinter der des vorigen Jahres zurück (1200), aber auch unter der Erwartung der Veranstalter, die offiziell 1000 Teilnehmer für ihren „Nationalen Antikriegstag“ angekündigt hatten. Ursache dafür war zum einen offenbar die Tatsache, dass die Neonazi-Veranstaltung erst am späten Freitagnachmittag vom Bundesverfassungsgericht genehmigt worden war, zum anderen die Auflage der Polizei, dass es nur eine stationäre Kundgebung auf dem Parkplatz Speestraße geben dürfe, aber keinen Demonstrationszug durch die Stadt.

Die Kundgebung – eigentlich bis 21 Uhr genehmigt – endete dann auch schon deutlich früher. Gegen 16 Uhr, nach zweieinhalb Stunden Programm, löste sich der Neonazi-Spuk wieder auf. Neben dem „Kopf“ der Dortmunder Rechts-„Autonomen“, Dennis Giemsch, und dem Hamburger Neonazi Christian Worch, der die Leitung der Veranstaltung übernommen hatte, traten Redner aus Tschechien, Belgien, Bulgarien, Russland und den Niederlanden auf. Verlesen wurde außerdem der Redebeitrag eines Palästinensers. Zwischendurch spielte das thüringische Liedermacherduo „Novus Ordo Mundi“ (Neue Weltordnung). Begeistern konnte das alles das Neonazi-Publikum unterm Strich nicht. Zu schwer wog offenbar der Verzicht auf einen Marsch durch die Stadt. Versammlungsleiter Worch musste sein Fußvolk bereits nach zwei Stunden mahnen, doch noch durchzuhalten.

Wie „derwesten.de“ berichtete, kam es nach der Neonazi-Kundgebung im Hauptbahnhof zum einzigen Aufeinandertreffen der Neonazis mit Gegendemonstranten. Die aggressiv auftretenden Neonazis seien auf dort wartende Links-Autonome getroffen. Bei dem Gerangel dieser beiden Gruppierungen habe die Polizei massiv dazwischengehen müssen, um eine Eskalation zu verhindern. (ts)

Advertisements
Posted in: Allgemeines