NRW: NPD-Landesverband fühlt sich „stiefmütterlich“ behandelt

Posted on 28. August 2009 von


Bochum – Der nordrhein-westfälische NPD-Landesverband will offenbar jetzt bei Parteichef Udo Voigt den Lohn einfordern für die Unterstützung, die seine Vertreter – geschätzt immerhin mehr als zehn Prozent der Delegierten – dem zuvor in Bedrängnis geratenen Vorsitzenden beim Bundesparteitag im April gewährt hatten.

In einem gestern auf der Homepage des Landesverbandes veröffentlichten „Kurzinterview“ mit Voigt beklagt sich der namentlich nicht genannte „Frage“-Steller „NPD-NRW“, dass Nordrhein-Westfalen vom Berliner Vorstand „ja bis zum letzten Bundesparteitag eher stiefmütterlich behandelt“ worden sei. Wissen möchte er, ob er davon ausgehen dürfe, „daß der Parteivorstand NRW als eines der ausschlaggebenden Bundesländer ansieht, an denen man nicht vorbeikommt, wenn große Wahlen gewonnen werden sollen“. Voigts Antwort („Sie dürfen.“) ist wenig überraschend – wäre doch bei jeder anderen Antwort zumindest diese Passage des „Interviews“ nie und nimmer auf einer NPD-Seite nachzulesen gewesen. Überraschend ist auch nicht Voigts Begründung: „Dem Parteivorstand ist es voll bewußt, daß es ohne einen starken Verband in NRW unmöglich sein wird, bundesweiten dauerhaften Erfolg zu haben.“

Allerdings sieht er auch Versäumnisse bei der NPD im größten Bundesland. Die „Kameraden“ dort hätten „lange gebraucht zu erkennen, wie wichtig der kommunale Unterbau für den Ausbau der Organisation auf Landesebene ist“. Nach einer dreitägigen Wahlkampftour am Nieder- und am Mittelrhein mit Stationen in Mönchengladbach, Viersen, Neuss, Grevenbroich, Heinsberg, Düren und Stolberg Anfang des Monats sage ihm aber sein „Gefühl, dass unsere Wahlergebnisse wesentlich besser ausfallen werden als in der Vergangenheit“.

Wenn es der NPD bei der Kommunalwahl am Sonntag gelinge, so Voigt, „eine dreistellige Zahl von Mandatsträgern zu erringen“, werde der Aufbau des Landesverbandes „auf eine neue Stufe gehoben“. Damit wiederum legt er die Messlatte für Erfolg oder Misserfolg der NPD in Nordrhein-Westfalen sehr hoch an. Doch er scheint ein solches Ergebnis für erreichbar zu halten: Die bundesweite Unterstützung des Landtagswahlkampfes in NRW im kommenden Jahr werde „demnach aller Voraussicht nach wesentlich kräftiger ausfallen“. (ts)

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