NRW: Rechtspopulist gegen Rechtspopulisten

Posted on 3. Juli 2009 von


Heiligenhaus/Düsseldorf – Einen Tag nachdem nrwrex andeutete, dass die Karriere von Uwe Berger bei „pro NRW“ ein baldiges Ende finden könnte, hat der Multifunktionär der extrem rechten „Bürgerbewegung“ aus Heiligenhaus tatsächlich einen Schlussstrich gezogen.

Berger, Ex-Vorstandsmitglied auf Landesebene und beim Bezirksverband Rheinland, Ex-Netzwerkadministrator von „pro NRW“, Vorsitzender des Kreisverbandes Mettmann/Düsseldorf, „Beauftragter“ für Herne, den Märkischen Kreis und das Sauerland, dazu „Gesundheitsexperte“ von „pro NRW“ und Mitglied des „innersten Kreises der Partei“, ließ am 2. Juli wissen, er werde künftig „mit einer eigenen Formation Zeit, Arbeit und Fleiß investieren“.

Als objektiver „Kronzeuge“ taugt Berger zwar nicht angesichts seiner Egozentrik, die bis hin zum Querulatorischen reicht, seiner überschäumenden Empörung angesichts der aus seiner Sicht nicht ausreichenden Anerkennung seiner Leistungen und angesichts seiner nach wie vor bestehenden Sympathien für extrem rechte „Führungskräfte“ von „pro NRW“ wie Markus Beisicht sowie ihrer rechten Politikinhalte.

Einige aufschlussreiche Einblicke ins Innenleben der „absolut geschlossenen“ – so ihr Vorsitzender Markus Beisicht – „Bürgerbewegung“ ermöglicht das Abschiedsschreiben des Rechtspopulisten an die bei „pro“ verbliebenen Rechtspopulisten aber doch. So konstatiert Berger, Beisicht habe es mit Leuten zu tun, „die sein Vertrauen besitzen und schamlos missbrauchen, ihm freundlich ins Gesicht lächeln und hinter seinem Rücken die Messer wetzen, ihn hoch leben lassen und im Hintergrund die Pest am Leib wünschen“. Auch die chronischen Übertreibungen der „pro“-Spitze nimmt er aufs Korn. Beispiel Landesparteitag: Statt der angegebenen 200 Mitglieder seien gerade einmal 113 an jenem Sonntag Mitte Juni in Gelsenkirchen anwesend gewesen. Jener Parteitag sei für ihn „nur noch marginal mit demokratischen Strukturen vergleichbar“ gewesen. Statt transparenter innerparteilicher Diskussionen gab es bei „pro NRW“ Berger zufolge „konspirative Gespräche ohne Zeugen und ohne schriftliche Dokumentation“. Es werde von „einigen wenigen“ eine Linie vorgegeben, die „alle anderen nachzubeten haben“.

Auch die „pro“-Attitüde der „Volksnähe“ zweifelt Berger an, wenn er über Funktionäre der „Bürgerbewegung“ sagt, sie gäben „den einen oder anderen arroganten Spruch zum Besten (,was wollen Sie mit Ihrer Amateurkamera, ich bin Profis gewohnt’) und ließen keine Gelegenheit aus, die eigene Person zu zelebrieren“. Einige hätten bereits ihre Taschenrechner „malträtiert“ zur Berechnung ihrer Diäten, die sie vielleicht irgendwann einmal kassieren könnten. Solchen „pro“-Funktionären, so unterstellt er, sei die „eigene soziale Frage“ das „wichtigste Kriterium“. (ts)

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