BN/K – Eine kleine Regionalpartei aus dem Rheinland, Geert Wilders und die FPÖ

Posted on 6. Februar 2013 von


BONN/KÖLN - “Pro NRW” bemüht sich weiterhin, Beziehungen zu dem niederländischen Rechtspopulisten Geert Wilders aufzubauen. Zwei Führungsfiguren der “pro”-Clique trafen am letzten Samstag mit dem antiislamischen Politiker zusammen. Bei einem Auftritt in Bonn forderte dieser einen Einwanderungsstop für Menschen aus islamisch geprägten Ländern.

Wilders, der auf einer Veranstaltung der antiislamischen “Bürgerbewegung Pax Europa” am letzten Samstag im Bonner “Maritim-Hotel” eigentlich die deutsche Übersetzung seines Buches “Marked for Death” hatte vorstellen wollen (nrwrex berichtete), erntete mit seinen Thesen über eine angebliche Gewalttätigkeit “des Islam” den Applaus der Berichten zufolge rund 300 Zuhörerinnen und Zuhörer. “Der Islam ist eine Ideologie der Gewalt”, sagte Wilders laut Redemanuskript. Er forderte einen Baustop für Moscheen und für “islamische Schulen” sowie die Abschiebung “kriminelle(r) Einwanderer mit doppelter Staatsangehörigkeit”. Prinzipiell müsse man “die Einwanderung aus islamischen Ländern anhalten”. “Nur wenn die Deutschen stolz auf Deutschland sind, werden sie in der Lage sein, … Deutschland zu verteidigen”, erklärte Wilders.

Wolter und Wiener “treffen” Wilders…

Wie es in einem Bericht von “pro NRW” heißt, hätten “Dutzende” Mitglieder der Organisation an der Veranstaltung teilgenommen, darunter die beiden stellvertretenden “pro NRW”-Vorsitzenden Jörg Uckermann und Wolfgang Palm. Judith Winter, Fraktionsvorsitzende von “pro” im Kölner Stadtparlament, und “pro NRW”-Generalsekretär Markus Wiener hätten sich mit Wilders vor seinem Auftritt “getroffen”. Der niederländische Politiker hat lange Zeit von Organisationen der äußersten deutschen Rechten Abstand gehalten – in dem klaren Bewusstsein, dass die dort schwer zu vermeidenden Kontakte zur offenen extremen Rechten ihn politisch Kopf und Kragen kosten können. Entsprechend reduzierten sich seine Beziehungen in die Bundesrepublik lange auf die Partei “Die Freiheit”, die ebenfalls um eine klare Abgrenzung zur Neonazi-Szene bemüht war, und auf überparteiliche Organisationen wie “Pax Europa”. Würden sich die Kontakte zur nordrhein-westfälischen “pro”-Clique verstetigen, wäre das von Wilders’ Seiten ein Bruch mit diesem Prinzip. Unklar bleibt ohnehin, welchen Charakter das von “pro” genannte (Aufeinander)Treffen hatte, ob es also mehr als ein Händeschütteln und ein schnelles Foto für die Homepage hergegeben hat.

… und Kevin Hauer “vermittelt” zwischen Wilders und FPÖ …

Originell mutet ein Bericht auf einem “pro NRW”-nahen Internetportal an, der stellvertretende “pro NRW”-Vorsitzende Kevin Hauer sei “zu Gesprächen mit führenden FPÖ-Vertretern” nach Wien gereist und habe dabei eine “Vermittlung” zwischen Wilders und der FPÖ im Blick gehabt. “Die PRO-Bewegung als Vermittler zwischen den beiden erfolgreichsten Rechtspopulisten Europas, HC Strache und Geert Wilders?” lautet der Titel des Beitrags. Wilders meidet die FPÖ bislang aus demselben Grund wie er die deutsche extreme Rechte meidet. Hauer hatte eine der begehrten Einladungen zum Ball des Wiener Korporationsrings ergattern können und es geschafft, am Rande des Balls auf einige der zahlreich anwesenden FPÖ-Größen zu treffen. Auf dem Internetportal “freiheitlich.me” heißt es nun, das Verhältnis zwischen Wilders und der FPÖ sei “nicht das einfachste”, “aber neue informelle Gesprächskontakte via Deutschland scheinen ja nun kein Problem mehr zu sein”. Dass sich die “pro”-Clique, die sich mit einigen wenigen Stadtparlamentssitzen – fast ausschließlich im Rheinland – begnügen muss und Lichtjahre von einem Einzug in den NRW-Landtag entfernt ist, als “Mittlerin” zwischen Personen bzw. Organisationen aufführen könnte, die bei nationalen Wahlen zweistellige Ergebnisse erzielen, ist eine der wenigen belustigenden Neuigkeiten aus der extremen Rechten in NRW. In einer “pro NRW”-Mitteilung von heute über Hauers Wien-Besuch wird Wilders zwar nicht erwähnt, stattdessen ist aber zu lesen, dass es bei den Gesprächen zwischen Hauer und “Landes- und Bundespolitikern, Mandatsträgern und freiheitlichen Publizisten […] vor allem um eine stärkere Vernetzung nationalfreiheitlicher Parteien in Europa sowie insbesondere um den Kontakt zwischen PRO NRW und der FPÖ” gegangen sei.

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