K: „Pro Köln“ doch nicht so überaus harmonisch

Posted on 15. November 2010 von


Köln – Von einer „überaus harmonisch verlaufenen Versammlung“ bei „pro Köln“ berichtete Manfred Rouhs’ Partei „pro Deutschland“ gestern. Bei „pro Köln“ selbst ist heute die Rede von einer „harmonischen Jahreshauptversammlung“. Ganz so einträchtig war es aber offenbar nicht. Zumindest untergründig schwelt es bei der selbst ernannten „Bürgerbewegung“ in der Domstadt. Manfred Rouhs, ihr Mitbegründer und Ex-Schatzmeister, wurde mit einem miserablen Wahlergebnis abgestraft.

Für die Verhältnisse, die bei den Rechtspopulisten rund um Markus Beisicht, dem wiedergewählten „pro Köln“-Vorsitzenden mit Leverkusener Wohnsitz, ansonsten herrschen, ist der Bericht seiner „Bürgerbewegung“ über die Versammlung beinahe schon ein Ausweis von Transparenz. Exakte Prozentangaben sind bei der Wahl der Vorstandbeisitzer vermerkt, und durch die Blume wird gar Kritik an Kandidaten deutlich. Genauer: an einem Kandidaten.

Mehrere Bewerber für die Funktion von Beisitzern im Vorstand hätten in der Vorstellungsrunde betont, „pro Köln“ brauche „hoch motivierte Mitstreiter, die ihren politischen Schwerpunkt ausschließlich in Köln und in Nordrhein-Westfalen sehen würden“, heißt es in dem Bericht von „pro Köln“ über die Versammlung. Davon kann freilich bei Rouhs, der derzeit in Berlin die Teilnahme seiner Partei „pro Deutschland“ an der 2011 anstehenden Wahl des Abgeordnetenhauses vorbereitet, nicht die Rede sein.

Es kam, wie es wohl kommen musste und sollte. Rouhs verfehlte dem „pro Köln“-Bericht zufolge im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit. Erst im zweiten Wahlgang, als eine relative Mehrheit ausreichte, schaffte er mit nur 40 Prozent der Stimmen den Sprung in den Vorstand. Dabei erzielte er das zweitschwächste Ergebnis aller neuen Beisitzer, während beispielsweise sein Ratskollege Jörg Uckermann locker mit 80 Prozent der Stimmen bereits bei der ersten Abstimmung erfolgreich war.

Eigentlich hätte Rouhs gewarnt sein können. In den Tagen vor der Kölner Versammlung hatten sich in den Diskussionsspalten einschlägiger Internetplattformen der extremen Rechten die kritischen Kommentare über ihn gehäuft – bis hin zum Hinweis, dass er sich mit seinem Berliner „Soloprojekt“ zum „Problemfall“ entwickle. Dabei konnte der Eindruck entstehen, dass die Verfasser dieser Kommentare sich mit dem Innenleben von „pro NRW“ und „pro Köln“ bestens auskennen. (ts)

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